Man nennt ihn auch den schwarzen Tod – Teil 1

Apache AH 64,

man nennt ihn auch den schwarzen Tod. Der leistungsfähigste Kampfhubschrauber der Welt ist gefährlich, leise und robust. Am Anfang stand er jedoch in der Kritik. Aber am Ende hat seine Feuerkraft alle überzeugt. Die Hellfirerakete passt perfekt zu ihm. Dies ist die Geschichte des Boeing Apache AH 64. Es ist eine Geschichte über Kampfgeist, Lehrgeld und Krieg.

AH-64 APACHE – Kampfhubschrauber im Einsatz

Der Irak im Jahre 2007 vier Jahre nach dem Sturz von Saddam Hussein droht das Land im Chaos zu versinken. In „Sadr City“ einem Armenviertel von Bagdad haben Rebellen die Macht an sich gerissen. Soldaten der US Army und die irakische Polizei versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Gegen den Willen von Minister Präsident Nuri al-Maliki[1] schicken die USA weitere 20.000 Soldaten ins Land.

„Unser Ziel ist ein demokratischer und der rechtsstaatlicher Irak.“

In Sadr City wohnen rund 2 Millionen Menschen. Tausende gehen auf die Straße um gegen die Amerikaner zu protestieren. „die US-Regierung wollte so schnell wie möglich Ruhe reinbringen.“ erklärt Chief warrant officer Jayden. Er ist Hubschrauberpilot bei der US Army und wurde bereits zum zweiten Mal in den Irak entsandt.

Wir haben Raketen Richtung Regierungsgebäude fliegen sehen, sie wollten die Übergangsregierung stürzen“. Große Teile Bagdads sind in der Gewalt Aufständischer. „Wenn Sie den Rest auch noch erobern droht die Regierung zu kippen.

 In Bagdad läuft alles zusammen, wenn du Bagdad hast hast du das ganze Land“. Die US Armee hat ein riesiges Arsenal an Waffen und Kriegsgerät. Wenn es darum geht eine ganze Stadt unter Kontrolle zu bringen fällt die Wahl auf ihn,

den AH-64 Apache.

Vorne unter dem Rumpf ist eine 30 mm Kanone angebracht. Sie gibt bist du 650 Schuss pro Minute ab. „Wenn du die Kanone abfeuerst wackelt der ganze Hubschrauber und dein ganzer Körper auch deine Organe deine Augen sogar die Zähne, echt krass“. Und der Apache hat noch mehr zu bieten. Außen sind die Raketen Abschussrohre und die Abschussstationen für die Hellfire Raketen. Die Ausstattung lässt sich je nach Einsatz anpassen.

Der Apache kann austeilen und auch einstecken. Der Apache ist sehr gut gepanzert, viele Teile sind mit Kevlar und Keramik verstärkt. Die Sitze, die Seiten auch die Treibstofftanks halten bis Kaliber 50 stand und ein spezielles System zieht den Sauerstoff aus der Luft im Tank so das hauptsächlich Stickstoff übrig bleibt. Das verhindert, dass die Treibstoffgase explodieren wenn doch eine Kugel den Tank durchschlägt. Dieser Hubschrauber hat wirklich alles was man sich vorstellen kann. Das ist definitiv das sicherste Fluggerät der Armee.

1. Februar 2007, Chief warrant officer Jayden und sein Copilot machen sich bereit für einen Patrouillenflug nachts über Bagdad. Zuerst war alles ruhig keine besonderen Vorkommnisse wir haben wie immer unsere Runden gedreht. Es war fast ein bisschen langweilig, und dann ging’s auf einmal los. Der radikale geistliche Muqtada al- Sadr[2] hat eine Offensive gestartet. Seine Miliz will von Sadr City aus die ganze Stadt einnehmen.

Es waren etwa 10.000 Rebellen Kämpfer, sie hatten Sicherheitsstationen überfallen und ballerten mit Panzerfäusten und Maschinengewehren herum. Die US Soldaten auf dem Boden brauchen dringend Verstärkung. Die Rebellen haben uns plötzlich überrannt und sie waren schwer bewaffnet. Das konnten wir nicht zulassen der Befehl von oben war zurückschlagen und das haben wir gemacht. Armee und Polizei müssen die Kontrolle zurück gewinnen, jetzt ist der APACHE gefragt.

Wir sollten die Rebellen ausschalten, das war der Auftrag. Als Sadres Männer glauben, dass die Dunkelheit ihnen Schutz bietet, sie täuschen sich. Der Helikopter kann auch ohne Licht sehen selbst bei völliger Finsternis können die Soldaten noch navigieren und Ziele anvisieren. Die meisten anderen Fluggeräte brauchen irgendeine Lichtquelle, Mondlicht oder Straßenlampen oder sowas, der hier nicht. Das Geheimnis ist ein Sensorsystem in der Nase des Hubschraubers, einer der Sensoren ist tagsüber aktiv, er arbeitet mit sichtbarem Licht. Der andere direkt daneben ist für die Nacht ja arbeitet im für das Auge unsichtbaren Infrarotbereich. Darüber sitzt der „pilot nightvision sensor“, er registriert ebenfalls die Infrarotstrahlung und wandelt sie in Videobilder um. Wärmere Objekte wie Menschen oder Autos mit laufenden Motoren werden dabei dunkler dargestellt als kühlere wie Häuser oder Bäume.

Wir fliegen meistens bei Nacht und zwar immer mit Thermalsicht. Auf den ersten Flügen ist das für die Piloten noch ziemlich ungewohnt. Durch das Infrarot Gerät sehen Dinge ganz anders aus als bei Tageslicht. Sie müssen sich daran gewöhnen die Bilder richtig zu interpretieren. Das System überträgt die Infrarot Aufnahmen auf eine Linse direkt vor dem rechten Auge des Piloten.

Das ist die berühmte Nachtsichtlinse.

Man klemmt sie an den Helm und dreht sie dann rüber zum Auge. Dann stellt man sie so ein wie man sie braucht. Alle Wärmebilder die der APACHE einfängt werden auf diese Linse projiziert. Wir sehen unsere Umgebung also in grau und grün. Diese spezielle Technologie hier gibt es in keinem anderen Hubschrauber.

Chief warrant officer Jayden sucht mit der Nachtsichtlinse die Straßen Bagdads nach al Sadres Rebellen ab, plötzlich sieht er in der Ferne etwas leuchten. Es war 1:00 Uhr morgens die Straßen waren Menschen leer aber der lagen fünf brennende Autoreifen. Da ist etwas faul! Jayden & Co. Pilot gehen der Sache auf den Grund. Es war niemand da das kam uns komisch vor. Dann haben wir in einer Gasse sieben Männer entdeckt. Feinde oder eigene Leute? Jayden muss das genau wissen es geht um Leben und Tod.

Wir sind noch mal vorbei geflogen und ich hab geguckt was sie für Waffen hatten. AK 47, AK 47, RPG, PK,RPG,AK 47, klare Sache! Eindeutig Guerilla Kämpfer“.

Die schwer bewaffneten Rebellen haben möglicherweise einen Anschlag auf US Soldaten geplant vielleicht ist das eine Falle. Die brennenden Reifen sollen einen durchfahrenden Konvoi der Amerikaner zum Anhalten zwingen, Jayden durchschaut dem Plan sofort.

„Die Typen hatten die Straße blockiert um amerikanische Soldaten anzugreifen.“

Die Reifen versperren den Weg, der Konvoi stoppt, dann öffnen Sie das Feuer! Es ist ein Hinterhalt wie aus dem Lehrbuch, Jayden will den Plan vereiteln. Wir haben eine kleine Kurve gedreht eine Rakete in Anschlag gebracht und sie abgeschossen. Das war’s!

In den nächsten 30 Tagen sind die APACHE Hubschrauber mehr als 3000 Stunden in der Luft. Wir sind mit sechs Hubschraubern jede Straße abgeflogen, rund um die Uhr zwei oder drei Wochen am Stück das war richtig heftig. So wie sie es vielleicht aus Kriegsfilmen kennen und vielleicht noch schlimmer. Stück für Stück erkämpft sich die US Armee die Gewalt über Bagdads Straßen zurück. nach 30 Tagen gab al-Sadr auf. Für Chief warrant officer Jayden war der Einsatz ein Erfolg und der Apache war der Schlüssel dazu. Jeder der sich mit meinem Kameraden angelegt hat hat sich automatisch mit mir angelegt. Die Armee ist zufrieden der APACHE hat sich bewährt.

Er war nicht immer so beliebt. Über Jahrzehnte wurde er immer wieder scharf kritisiert und beinahe wäre er gar nicht erst in Dienst gestellt worden. 1966 kalter Krieg, die Sowjetunion stationiert ein Großaufgebot an Panzern entlang der innerdeutschen Grenze die USA verfolgen die Entwicklung mit Sorge. Sie wissen ihre Luftstreitkräfte können der Macht der russischen Panzer nichts entgegensetzen. Das große Problem mit den sowjetischen Panzern war,

es waren einfach zu viele.

Die Sowjets waren auf Angriffe aus der Luft sehr gut vorbereitet sie hatten schwere Maschinengewehre und hatten hervorragende Flugabwehrraketen. Die Kampfjets der Airforce waren nicht wendig genug, um den Geschossen auszuweichen und sie fliegen so hoch, dass sie ihre Ziele am Boden kaum sehen. Wenn man aus tausenden Metern Höhe nach unten sieht kann da ein Panzer neben dem anderen stehen, du siehst die Dinger nicht, keine Chance! Darum wurde beschlossen einen Kampfhubschrauber zu bauen, speziell für Boden Angriffe.

Panzer kann man am besten bekämpfen wenn man sie mit bloßem Auge sehen kann. und da ist ein Hubschrauber natürlich besser als ein Flugzeug weil man damit näher ran kommt. Die Idee ist nicht neu, Kampfhubschrauber gibt es seit dem Vietnamkrieg.

In Vietnam waren zum ersten Mal Luftfahrzeuge entscheidend am Bodenkrieg beteiligt. Anfangs hat die Armee den Bell UH-1 benutzt einen ganz normalen Transporthubschrauber. Sie hatten Maschinengewehre und Raketenwerfer dran geschraubt und dann gesagt

„gibt den Bodentruppen Begleitschutz“.

Dann kam der Cobra der aller erste Kampfhubschrauber. Im Grunde war er auch nur ein UH-1 der ein bisschen umgebaut worden war mit einem schmaleren Rumpf mit einem Geschützturm und Raketenstation. Er gilt als der erste Kampfhubschrauber der Geschichte. Bell Konkurrent Lookheat hat zwischenzeitlich ein eigenes Modell entworfen den AH 56 Cheyenne. Er soll schneller sein, schwer bewaffnet, und besser gepanzert als jeder Militärhubschrauber vor ihm. Die Arme wollte keinen umgebauten „Allzwegheli“ sondern etwas von Grund auf Neues. Der Cheyenne war genau das. Als er 1967 zum ersten Mal abhebt, staunt die Welt denn der Cheyenne hat Flügel! Das Programm war sehr ehrgeizig, die Armee wollte eine Fliegende Waffenplattform die man überall einsetzen konnte. Der Cheyenne stellte den Cobra locker in den Schatten. Er ist schnell, wendig und schwer bewaffnet wie ein Kampfjet. Mit einer 30 mm Kanone Granatwerfern und Panzerabwehrraketen. Er ist ein so genannter Flugschrauber. Seine Stummeltragflächen und der Druckpropeller am Heck geben ihm zusätzlich Auf- und Vortrieb. Dadurch erreicht er Geschwindigkeiten von knapp 400 km/h.

Aber da gibt es ein Problem!

Bewaffnete Starrflügler sind Sache der Air Force, die Arme hat ihren Zuständigkeitsbereich überschritten. Laut der „national security act“ von 1947 darf die Armee nur ganz leichte Fluggeräte im Gebrauch haben. 1966 hatte man sich dann darauf geeinigt, dass sie keine Fluggeräte mit starren Flügeln betreiben, aber dafür ihre eigenen Kampfhubschrauber entwickeln darf.

Die Geschichte der ist Cheyenne ist zu Ende bevor sie überhaupt begonnen hat. Air Force Unterstützer im Senat entschieden das Programm einzustampfen. Umsonst war das Ganze trotzdem nicht denn jetzt weiß die Armee wohin die Reise gehen soll. Die Arme wollte den Kampfhubschrauber unbedingt, sie war bereit darum zu kämpfen. Nur drei Wochen nach dem Ende des Cheyenne starten die Amerikaner ein noch ehrgeizigeres Projekt das

Advanced Attac Helikopter Programm AAT.

Das Projekt hört sich ziemlich aberwitzig an. Sie wollte einen Kampfhubschrauber der nachts um bei schlechtem Wetter einsetzbar war, extrem präzise Angriffe fliegen konnte und hoch entwickelte Abwehrsysteme an Bord hatte. Eines der ältesten Luftfahrtunternehmen Amerikas dürfte den Hubschrauber entwickeln, Hughes Aircraft. 1976 bekommt die Firma den Zuschlag. Als sie ihren Entwurf vorstellten waren alle sofort begeistert.

1. September 1983, Arizona, Wochen vor dem vereinbarten Termin präsentiert Hughes Aircraft den ersten Prototypen sein Name APACHE. Seit den späten fünfziger Jahren benennt die Arme ihre Hubschrauberprogramme nach Indianerstämmen. Cobra ist eine Ausnahme der Name passte einfach zu gut.

Der Apache ist äußerst stabil konstruiert für fast alles gibt es ein Backup. auch für den Piloten. Er ist ein Zweisitzer, vorne sitzt der Bordschütze. Er ist derjenige der die Sensoren steuert, die Waffen bedient und den Funkverkehr regelt. Dahinter sitzt der Pilot etwas höher. Sein Job ist es nirgendwo rein zu fliegen, Berge, andere Hubschrauber und so weiter. Die beiden Turbinen sind so leistungsstark, dass zur Not eines alleine den Apache in der Luft halten kann. Diese Maschine hat fast jedes System zweimal an unterschiedlichen Stellen. Wenn eins im Kampf beschädigt wird, oder aus irgend einem anderen Grund einfach ausfällt, dann springt das andere ein. Es braucht einiges um einen Apache vom Himmel zu holen, das Ding hält extrem viel aus.

Freunde von mir ist denn schon mal von einer Panzerfaust getroffen worden. Sie sind trotzdem noch gut nach Hause gekommen“.

Schwer bewaffnet und extrem gepanzert, die Piloten des Apache sind begeistert! Sie waren total baff, der Apache hatte alles was sie sich erträumt hatten. Aber schon nach vier Jahren wird aus dem Traum ein Albtraum. Bei Flugtests in Alabama stürzen zwei APACHE innerhalb eines Monats ab. Anfangs war der Hubschrauber noch sehr unzuverlässig es gab einige schlimme Unfälle. Laut Untersuchungsbericht war beim ersten Mal die Elektronik Schuld, beim zweiten Mal der Pilot.

Offenbar ist der Apache schwerer zu fliegen als gedacht.

Kritiker des Programms fühlten sich bestätigt und fingen an öffentlich Druck zu machen. Sie wollten erreichen dass der Apache abgeschafft wird. Die Arme beteuert, die Unfälle waren Ausnahmen der Hubschrauber ist sicher! Aber ein paar Wochen später folgt der nächste Tiefschlag. August 1987 ein brandneuer APACHE dreht seine Runden über den Flugplatz von vor Fort Rucker in Alabama, plötzlich stürzt er vom Himmel. Die Maschine schlägt ungebremst auf den Boden auf der Bordschütze wird schwer verletzt, der Pilot stirbt. Es ist der dritte tragische Unfall in weniger als zwei Monaten und der erste mit Todesopfer.

Dieses Mal greift das Pentagon ein. Alle 264 APACHE Modelle der Armee bekommen Startverbot. Sie haben noch keinen einzigen Kriegseinsatz hinter sich. jedes neue Fluggerät hat Kinderkrankheiten, erst recht ein so komplexes wie der APACHE. Unfälle können passieren. Die Untersuchung ergibt das ein defektes Lager im Heckrotor den Unfall verursacht hat. Daraufhin hat die an mir das

Apache Action Team gegründet AAT.

Die Leute sollten sich regelmäßig treffen, Probleme identifizieren und Lösungen ausarbeiten. Ein paar Monate später darf der Apache hat schon wieder in die Luft, aber ein fader Beigeschmack bleibt. Jede teure Anschaffung die nicht gleich perfekt funktioniert wird gerne als Fehlinvestition abgestempelt. Die Stimmung in der Öffentlichkeit war nicht gut,

der Apache sei und sicher nicht richtig zu gebrauchen und so weiter.

Die Zukunft des APACHE steht auf der Kippe. Das setzt auch die Piloten unter Druck. Nur wer die Maschine in- und auswendig kennt, darf ans Steuer. Der APACHE war komplexer aufgebaut als jeder andere Militärhubschrauber vor ihm. Da gab es viel zu lernen. während einer Militäroperationen kann alles Mögliche passieren, mal musst du Raketen ausweichen, mal wird der Heckrotor abgeschossen, mal fällt ein Triebwerk aus. Die Piloten trainieren die Flugmanöver Stunden lang im Simulator.

Du musst im Notfall automatisch richtig reagieren das ist das Wichtigste.

Ein Flug mit dem APACHE ist nichts für schwache Nerven. Der erste Tag in dem Ding ist heftig das ist wie ein Ritt auf einem Vulkan, Hauptsache du kommst heil wieder runter. Viele Piloten wollen sich der Herausforderung stellen aber nicht jeder wird genommen. APACHE Piloten gehören in der Armee zur absoluten Elite. Nur die besten kommen mit dem Stress klar. Du sitzt in einem 8 Tonnen schweren Fluggerät, um dich herum ist es stockfinster und du wirst im schlimmsten Fall auch noch beschossen, dabei kommunizierst du gleichzeitig über fünf Systeme und muss dann auch noch zurückschießen. Viele Apache Piloten wünschen sich, ihre Fähigkeiten einmal bei einem echten Einsatz an der Beweis stellen zu können.

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